Pressemeldungen
Vorankündigung über Fernsehbeitrag auf hr-online
Ein "bilderbogen" über Weingenuss in Hessen
Weinkultur, Winzer und Weinberge
Dienstag, 11. September 2012, 21:00 Uhr
Weingenuss in Hessen? Da denkt jeder sofort an Riesling - die "Königin der Reben". Trocken, spritzig, säurehaltig - letzteres macht bekanntlich lustig. Doch längst sind auch andere Rebsorten in Hessen auf dem Vormarsch: rote vor allem. Einige können mit ihrer französischen Konkurrenz mühelos Schritt halten, etwa der Cabernet Sauvignon, den der Jungwinzer Ralf Schuth in seinem Weingut in Kiedrich ausbaut. In Eltville schenkt Ferdinand Koegler Roten Zweigelt aus - nicht etwa mitgebracht aus der Steiermark: Er pflanzt ihn selbst an - als einziger seiner Zunft.
Doch nicht nur im Rheingau, auch an der Hessischen Bergstraße, wohin die Römer einst die Weinkultur brachten, gibt es Neues zu entdecken neben bewährtem Bodenständigem. "Weinfieber" nennt sich in Zwingenberg ein Winzer-Trio, das die Filmautorin Kristine von Soden durch die Altstadt begleitet bis hoch in die Steillage mit Panoramablick, der höchsten im hessischen Teil der Bergstraße, wo eine Verkostung ausgewählter Tropfen stattfindet: Der junge frische Rotling ist Favorit.
Der Film entführt von der Bergstraße bis zum Rheingau an Orte, wo Wein echten Genuss verspricht.
Ein Film von Kristine von Soden.
Gault Millau Wein Guide: Positiver Trend an Hessischer Bergstraße
Genossenschaft ist der Aufsteiger der Region
Von unserem Mitarbeiter Thomas Tritsch
Bergstraße. Die Bergsträßer Winzergenossenschaft steigt auf: Im neuen Gault Millau Wein Guide, der heute erscheint, wird der Betrieb aufgrund seiner "konstant guten Leistungen" um eine Kategorie nach oben gestuft. Die Genossen dürfen sich jetzt mit einem zweiten Träubchen rühmen. Deutschlands auflagenstärkster Weinführer lobt Zielstrebigkeit und Engagement der Winzer eG. Selbst der schwierige Jahrgang 2010 habe den Siegeszug der Genossen nicht aufhalten können. Ein Aufstieg habe sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet. "Die Identität des Jahres wurde in einer beeindruckenden Vielfalt umgesetzt", schreibt Weintester Hans-Wilhelm Apelt.
In seiner neusten Ausgabe, dem 19. Jahrgang, kürt der Wein Guide wieder die aus seiner Sicht besten Winzer und Weine Deutschlands. Beim Blick auf die Hessische Bergstraße bilanziert der Führer einen insgesamt positiven Trend im Anbaugebiet. Viele Güter seien mit den Wetterkapriolen im Herbst 2010 überraschend gut zurechtgekommen. Ein schöner Oktober konnte den Jahrgang retten, das lange Hängenlassen der Trauben habe sich in einer oft frappierenden Aromendichte ausgezahlt. Dennoch seien nur relativ wenige Weine optimal gelungen, diese zeigen aber eine wunderbare Frucht und reife Säure, heißt es im Kapitel über das Anbaugebiet.
Gute Leistung in schwierigem Jahr
Die Spitzenbetriebe der Bergstraße sind - neben dem Neuaufsteiger aus Heppenheim - erneut das Zwingenberger Weingut Simon-Bürkle und die Hessischen Staatsweingüter. Die Domäne Bergstraße habe Fortschritte gemacht. "Mit dem Umzug in die neue Kellerei im Rheingau gewinnen die Weine mehr und mehr an Finesse." Mit weiterhin zwei Trauben ("gute Erzeuger") wartet Simon-Bürkle nach wie vor auf den Sprung in die nächsthöhere Kategorie. "Nur ganz knapp verfehlt", kommentiert der Wein Guide, der aus Zwingenberg eine "bewundernswerte Kollektion" probiert hat. Der Betrieb wird erneut als führendes Weingut und Aushängeschild des Anbaugebiets gelobt.
Weingüter mit Chancen
Die beiden aussichtsreichen Betriebe der Kategorie, die nahe am Aufstieg in die Ein-Trauben-Klasse rangieren, sind die Odenwälder Winzergenossenschaft "Vinum Autmundis", die den Tester mit "hoher Dichte und ausgeprägter Frucht" verblüffte, sowie das Auerbacher Weingut Hanno Rothweiler. Der Winzer konnte vor allem mit seinen Rotweinen überzeugen, doch auch bei den weißen Tropfen entdeckt der Wein Guide einen Qualitätssprung nach vorn.
In der Liga der Ein-Träubchen-Betriebe fristet das Weingut Edling in Roßdorf nach dem Aufstieg der Winzer eG nun ein Single-Dasein. In der Monopollage Roßberg sei es den Rotweinexperten von der "Odenwälder Weininsel" gelungen, aus einem problematischen Jahrgang Weine von gutem Niveau zu erzeugen.
In der Reihe der empfehlenswerten Betriebe tummeln sich alte Hasen und hoffnungsvolle Neulinge. Darunter das kleine Weingut von Jan Faber, Kellermeister bei Simon-Bürkle und Motor von "Weinfieber". Fazit: ansprechende Weine. Von dem Team sei gewiss noch einiges zu erwarten. Der in Auerbach ansässigen Weinmanufaktur Montana attestiert der Gault Millau "klare, fruchtige Weine". Hier erkennen die Weintester ambitionierte Ziele. Bleibt abzuwarten, wie sich das jüngste Weingut der Bergstraße weiter entwickeln kann. Positiv erwähnt werden darüber hinaus das Weingut Volker Dingeldey in Gronau, Brücke-Ohl in Groß-Umstadt ("Eine sichere Bank") sowie das Weingut der Stadt Bensheim.
Hans-Wilhelm Apelt und sein Chefredakteur Joel Payne verweisen auf die sehr geringen Erntemengen des Jahres 2010. Sie raten dem Leser einen Besuch vor Ort an der Bergstraße, um in den Genuss der Weine zu kommen. Das Anbaugebiet biete außerdem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis seiner Erzeugnisse. Der Gault Millau bewertet durch eine Kombination von offenen und Blindverkostungen. Die Macher argumentieren, dass verdeckte Proben nicht geeignet sind, um die Qualität der Weine im Vergleich zum Vorjahr zu bewerten. Für die neue Ausgabe haben ein Dutzend Weinjournalisten mehr als 12 500 Weine und Sekte verkostet, Winzer besucht und neue Talente entdeckt. Die Weingüter sollen eine repräsentative Auswahl ihres Sortiments einreichen. Die Klassifizierung eines Betriebs wird durch die Anzahl von Weinträubchen symbolisiert und reicht von "verlässlich" bis zur Speerspitze der weltbesten Erzeuger (fünf Träubchen).
(Bergsträßer Anzeiger, 09. November 2011)
Quelle: www.gaultmillau.de
Erst vor einiger Zeit neu gegründet, stellte uns das Weingut "Weinfieber" in diesem Jahr erstmals eine kleine Auswahl von drei Weinen vor. Jan Faber, der als erfolgreicher Kellermeister im Weingut Simon-Bürkle von sich reden macht, erzeugt hier mit seinem eigenen Team durchaus ansprechende Weine. Besonders die Riesling Spätlese trocken mit einem mittleren Grüngelb, weißem Pfirsisch, Zitrusaromen und mineralischen Nuancen, die in einem rassigen Säurebogen zur Geltung kommen, gefiel. Die Zukunft lässt gewiss noch einiges erwarten.
Gault Millau WeinGuide Deutschland 2012, Hess. Bergstrasse, Hans-Wilhelm Apelt
Wenn die Zunge im Rebensaft plantscht
Bergsträßer Gebietsweinprobe: Barbara Hoock und Michael Jäger servieren in Bensheim 16 Kostproben
Wenn Traditionsveranstaltungen nicht zum Auslaufmodell abdriften sollen, ist es notwendig, alte Zöpfe abzuschneiden. Dass genau dies dem Bensheimer Verkehrsverein mit seiner Bergsträßer Gebietsweinprobe gelungen ist, zeigt die steigende Nachfrage. Karten gibt es nur im Vorverkauf, und selbst da muss man schnell sein, um ein Kontingent zu ergattern.
Statt ausschweifender Erklärungen zu Öchslegrad, Anbau und Winzerbetrieb, statt langatmiger Ansprachen von diesem und jenem, gab es kurze knackige Kommentare und ein paar hübsche Videoeinspielungen vom jungen Moderatorenduo Barbara Hoock und Michael Jäger.
Verstärkung erhielten die ehemalige Bergsträßer Gebietsweinkönigin und der Bensheimer Winzer bei der Präsentation der Weine von Patrick Amtor, der Weinexperten aus dem Publikum vor das Mikrofon holte: Angefangen vom Zeller Jungwinzer, dem Leiter des Staatsweinguts Volker Hörr, Weinkönigin Melanie Hillenbrand, Ex-Weinhoheit Christina Koob, bis zum Auerbacher Pfarrer. Sechzehn Weine, jeweils als Duo zum direkten Vergleich ausgeschenkt, ließen die Helfer von der Trachtengruppe der SKG Zell und der Volkstanzgruppe des Odenwaldklubs Auerbach in die Probiergläser fließen. Eine Anleitung, wie man die edlen Tropfen von den Hängen der Bergstraße professionell verkostet, wurde den Besuchern mitgeliefert:
Zunächst hält man das Glas gegen das Licht, um die Farbe des Inhalts zu erkennen, danach wird geschnuppert und schließlich ein kleiner Schluck genommen, so dass „ein Weinsee entsteht, in dem man mit der Zunge plätschert“.
Ob sich Axel Wintermeyer, Leiter der Hessischen Staatskanzlei und Staatsminister im Kabinett von Ministerpräsident Volker Bouffier, exakt an die Trinkanleitung gehalten hat, war nicht zu erkennen. Wohl aber hat sich der bekennende Riesling-Fan nicht nur die Bergsträßer Weine auf der Zunge zergehen lassen, er wurde auch von Bürgermeister Thorsten Herrmann und Ehefrau Beatrice zwischendurch mit Häppchen aus dem Picknickkorb versorgt. Beeindruckt von der Gastfreundschaft, der Trinkfreudigkeit und der Geselligkeit der Bensheimer verteilte Wintermeyer sowohl Komplimente an die Winzer („Pfleger der Kulturlandschaft“), als auch an die Hessentagsstadt 2011
2009er Riesling Spätlese holt Gold bei der Gebietsweinprämierung - mehr dazu siehe untenstehenden Artikel
In den zweieinhalb Stunden waren die Geschmacksnerven der Weinfreunde in Habachtstellung. Allerdings wurde schnell klar: Die Bergsträßer sind „Trockentrinker“, und dementsprechend tragen die meisten Tröpfchen des Jahrgangs 2010 Prädikate von feinherb, halbtrocken bis trocken. Und wenn man die Auswahl der Weinverkostung als Maßstab für den Geschmack der hiesigen Weinliebhaber nimmt, dann ist die Vormachtstellung des Rieslings als „König der Rebsorten“ ungebrochen. Die Roten sind auf dem Rückzug.Die Reise durch die hessische Bergstraße führte von den Weinbergen in Roßdorf, nach Auerbach, Zell, Gronau, Zwingenberg, Heppenheim bis auf die „Weininsel“ nach Groß-Umstadt: 16 verschiedene Weine von 16 unterschiedlichen Weingütern hatte die Kommission ausgewählt. Neben den 14 Etablierten stellten die Weinmanufaktur Montana aus Auerbach und das Weingut Jan Faber aus Zwingenberg ihre Erzeugnisse vor. Eine extravagante Besonderheit aus Zell war der weiß gekelterte Schwarzriesling.
Dass nach dem eher geringen Ertrag aus dem vergangenen Jahr 2011 „alle Fässer wieder gefüllt werden“, beruhigte die Weintrinker doch sehr. Ebenso die Antwort vom Leiter des Staatsweinguts, wie der Jahrgang denn ausfällt? „Es ist ein qualitativ guter Jahrgang mit einem normalen Ertrag zu erwarten“, sagte Volker Hörr.
(12. September 2011, Echo Online, mai)
Winzerfest-Weinprobe: Karten gibt es ab sofort / Barbara Hoock und Michael Jäger moderieren die Veranstaltung am 9. September im Bürgerhaus
Eine Probe mit 16 Weinen für 13 Euro
Die Winzerfest-Weinprobe findet am Freitag, 9. September, ab 19 Uhr, im Bensheimer Bürgerhaus statt. Es werden 16 Proben gereicht. Karten hierfür gibt es ab sofort für 13 Euro im Vorverkauf im Pressehaus Bergstraße, Rodensteinstraße 6.
Bensheim. Wenn Barbara Hoock am 9. September zusammen mit dem Winzer Michael Jäger die Winzerfest-Weinprobe im Bürgerhaus moderiert, ist sie seit sechs Tagen keine Weinkönigin mehr. Dafür hat sie ein Jahr lang auch ehrenamtlich intensive Erfahrungen rund um den Wein gesammelt. Schon voriges Jahr ließ sie bei der Weinprobe ihr Talent aufblitzen. Barbara Hoock (23) studiert Weinbau in Geisenheim. Sie ist eine von zwei Weinbau-Studenten aus dem Kreis Bergstraße. Ihr Kommilitone heißt Patrick Amthor (22) und stammt aus Heppenheim.
Bei der Zusammenstellung der Tropfen fielen zwei Dinge auf. Erstens werden erstmals bei der Winzerfest-Weinprobe Weine der Auerbacher Weinmanufaktur Montana und vom Zwingenberger Weingut Faber verkostet, zweitens teilte das Weingut Gärtner mit, dass die Riesling-Spätlese aus der Alsbacher Lage Schöntal von alten Reben stammt. Von alten Reben spricht man, so erklärte die Weinbau-Studentin Barbara Hoock, wenn die Weinstöcke mindestens 25 Jahre alt sind. Die Stöcke bringen einen geringeren Ertrag, aber höhere Qualität. Außerdem halten sie längere Trockenperioden besser aus, weil ihre Wurzeln tiefere Bodenschichten durchziehen. Wenn Weinleute beisammen sind, dann kommt die Frage nach dem heurigen Jahrgang so sicher wie das Amen in der Kirche. "Es müsste trockener werden", sagte Volker Hörr. Außer Sonne am Tag wünscht man sich kühlere Nächte. Bei warmen Nächten bekommen die Reben Probleme mit der Fäulnis. Bei der Weinprobe im Bürgerhaus gibt es 600 Plätze. In den letzten Jahren war die Veranstaltung immer ausverkauft. Für jede Probe werden 32 Flaschen entkorkt. Hilde Deppert teilte mit, dass immer reichlich eingeschenkt wird.
(18. August 2011, Bergsträßer Anzeiger)
Weine auf dem Prüfstand
Winzer: Verkostung für die Weinprämierung – Jahrgang mit wenig Menge, aber hoher Qualität
HEPPENHEIM. Zunge, Gaumen und Geruchssinn waren gefordert, als am Mittwoch eine zwölfköpfige Jury erlesene Topfen für die Bergsträßer Weinprämierung 2011 verkostete. Wer bei der Preisverleihung anlässlich des Heppenheimer Weinmarkts (24. Juni bis 3. Juli) aufs „Treppchen“ darf, bleibt natürlich noch ein streng gehütetes Geheimnis. Fest steht indessen schon jetzt: Die Juroren hatten keine leichte Aufgabe zu bewältigen, dies umso mehr, als sich der Jahrgang 2010 mengenmäßig zwar als Geizhals erwiesen, ungeachtet dessen aber eine große Zahl von Spitzenweinen hervorgebracht hatte. Otto Guthier, der Vorsitzende des Weinbauverbandes Hessische Bergstraße, äußerte in seiner kurzen Begrüßung Genugtuung über die erneut gute Beteiligung am Leistungsvergleich der Winzer. Dass die Juroren aus anderen Anbaugebieten kamen, war im Sinne der Objektivität ebenso obligatorisch wie der Umstand, dass die Etikettierung unkenntlich gemacht wurde. Nur so ist es möglich, für alle die gleichen fairen Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Nach Angaben von Stefanie Oberhauser, der Geschäftsführerin des Weinbauverbandes, stellen sich in diesem Jahr 16 Betriebe mit zusammen 277 Weinen und Sekten den Bedingungen der Weinprämierung. Das sei, so Oberhauser, auch im Vergleich zu vorausgegangenen Prämierungen ein durchaus respektables Ergebnis. Neben den Winzern von der Bergstraße und der Odenwälder Weininsel Groß-Umstadt hoffen auch Betriebe aus der badischen Nachbarschaft auf ein erfolgreiches Abschneiden, so etwa die Winzergenossenschaft Schriesheim und ein Weingut aus Ladenburg.
(3. Juni 2011, Echo Online, fk)
Historische Fakten und aktuelle Jahrgänge
Bergsträßer Weinfrühling: Weingilde präsentierte Aromatisches zur Geschichte des klösterlichen Weinbaus
Bergstraße. Es ist wenig überliefert, doch ein bisschen weiß man schon: Im späten Mittelalter lag der tägliche Weinkonsum hierzulande bei etwa 1,3 Litern pro Person. Zur Verteidigung unserer Altvorderen: Der Alkoholgehalt war deutlich geringer. Außerdem waren Getränke wie Wein und Bier erheblich reiner als ein Schluck abgestandenes Brunnenwasser. Also auch gesünder. Und vielleicht war das ach so dunkle Mittelalter ja tatsächlich so finster, dass man den Kollegen rückblickend ein paar erhellende Schoppen durchaus gönnen sollte. Historische Fakten und aktuelle Jahrgänge servierte die Weingilde Bergstraße am Freitag im Lorscher Schnitzer-Saal. Im Rahmen des Bergsträßer Weinfrühlings ging es nicht nur um die Geschichte des klösterlichen Weinbaus, sondern auch um die aktuellen Tropfen aus drei regionalen Weingütern - die man eher als Wein-Zwerge bezeichnen müsste. Die amtierende Weinkönigin Barbara Jasmin Hoock hatte einen Riesling aus dem eigenen Hause mitgebracht, und die beiden in Zwingenberg verorteten Betriebe Feligreno und Weinfieber präsentierten eine repräsentative Auswahl ihrer Kollektion. Den historischen Part übernahm mit Dr. Hermann Schefers ein ausgewiesener Kenner der Klosterbiografie, in deren Verlauf der Weinbau eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat. Darüber hinaus hat kaum ein Ort hat so viel für das Gedächtnis des deutschen Weinbaus getan wie das Kloster Lorsch. Zentrum der (Wein-)Kultur
Dank des Codex Laureshamensis aus dem 12. Jahrhundert können Regionen wie Baden, Franken und Rheinhessen, aber auch die Bergstraße ihre Wein-Historie bis ins Mittelalter zurückverfolgen. In seiner Entwicklung wird das Benediktinerkloster zu einem der reichsten Grundbesitzern östlich des Rheins. Fünf Jahrhunderte lang blieb das Kloster ein regionales Zentrum der Weinkultur. Wie Schefers vor zahlreichen Gästen betonte, waren im umfangreichen Klosterbesitz auch etliche Weinberge enthalten. Bereits Mitte des 9. Jahrhunderts zählte es mehr als 900 Weinlagen an über 100 Orten. Um etwa 1100 sind Erträge aus mindestens 923 Weingärten an über 170 Orten nachgewiesen. Vor allem im heute Nordbadischen und in Rheinhessen ließen die Lorscher Reben anbauen, während die Bergsträßer Weinlagen damals ziemlich unterrepräsentiert waren: ein wenig Wein aus Bensheim, null aus Heppenheim. Die Zeiten ändern sich. "Weinbau war ein bedeutender Wirtschaftszweig", so Schefers in seinem dreiteiligen Vortrag, der von Weinproben flankiert wurde. Ein Fass Wein, das aus dem Elsass beispielsweise in die Kaufmannsstadt Lübeck transportiert wurde, erzielte am Ende einen rund 150 Prozent höheren Preis. Im Laufe des Mittelalters zieht sich der Weinbau in die Regionen zurück, die heute zu den bekannten Anbaugebieten zählen. Mit Beginn des 15. Jahrhunderts werden die Rebsorten hochwertiger, der Riesling hält Einzug. In der Region entwickelt sich Heppenheim zum Zentrum des Weinbaus an der Bergstraße. Bensheimer Lagen wie Hemsberg und Kirchberg sowie Heppenheimer Eckweg und Schlossberg tauchen bereits im 13. Jahrhundert auf. 1433 hört man erstmals von der Lage Heppenheimer Stemmler. Im 16. Jahrhundert, also in nachklösterlicher Zeit, erreicht der Weinbau seinen Höhepunkt. Probe aufs Exempel Dr. Schefers kommentierte den Wein als eine der vornehmsten menschlichen Kulturtechniken. Von deren Ergebnissen konnten sich die Gäste bei Tisch selbst überzeugen. Den Anfang machte der 2010er "Königinnenwein" von Barbara und Jürgen Hoock. Die Weinbau- und Önologiestudentin in Geisenheim - 4. Semester - pflegt gemeinsam mit ihrem Vater alte Rieslingreben auf 1400 Quadratmeter am Heppenheimer Schlossberg. Das zertifizierte Öko-Weingut Feligreno bewirtschaftet 1,3 Hektar Rebfläche in Zwingenberg (Alte Burg) und baut ausschließlich Riesling und die pilzresistente Rotweinsorte Regent an. Drei Familien erzeugen den Wein seit 2001 im Nebenerwerb, ausgebaut wird er in einem rheinhessischen Öko-Betrieb. Gerold Hartmann informierte in Lorsch über die Philosophie und den ökologischen Anspruch von Feligreno. Das ambitionierte Team beweist, dass die regionale Weinlandschaft durch Seiteneinsteiger auf jeden Fall bereichert wird. Aromatische Tour Auch Winzermeister Jan Faber widmet sich dem Wein mit zwei Freunden im Nebenerwerb. Hauptberuflich ist er im Zwingenberger Weingut Simon-Bürkle aktiv. Seit drei Jahren bewirtschaftet er einen halben Hektar Rebfläche in der Lage Alte Burg, die unter dem Label "Weinfieber" abgefüllt werden. In Lorsch stellte Faber einige Rieslinge und einen Spätburgunder vor, der sowohl als roter wie auch als weiß gekelterter Wein (Blanc de Noir) in die Gläser kam. Der Vorsitzende der Weingilde, Dr. Roland Turowski, dankte allen Akteuren für eine aromatische Wein-Tour zwischen der Historie und Gegenwart des Bergsträßer Weins, an der sich auch der Lorscher Bürgermeister Klaus Jäger gerne beteiligt hat. (10. Mai 2011, Bergsträßer Anzeiger, tr) Das Kloster und der Wein - Weingilde Bergstraße
Bergstraße. Die Weingilde Bergstraße veranstaltet im Rahmen des Bergsträßer Weinfrühlings einen Vortrag zum Thema "Das Kloster Lorsch und der Wein". Dr. Hermann Schefers, Leiter der Welterbestätte Kloster Lorsch, wird die beiden Schwerpunktthemen sachkundig verbinden und in einen größeren Zusammenhang stellen. Eine Verkostung ausgewählter Weine verknüpft Theorie und Praxis. Die Weingüter Jürgen und Barbara Hoock aus Bensheim sowie "Weinfieber" und "Feligreno" aus Zwingenberg versprechen als Neulinge in der Bergsträßer Weinszene interessante Gewächse in weiß und rot. Die Veranstaltung am morgigen Donnerstag (6. Mai) beginnt um 19.30 Uhr im Paul-Schnitzer-Saal im Lorscher Museumszentrum an der Nibelungenstraße.
(4. Mai 2011, Bergsträßer Anzeiger)
Auf der Suche nach den besten Weinen
Gebietsweinprämierung: In Heppenheim werden 300 edle Tropfen getestet - Übergabe der Ehrenpreise beim Weinmarkt Aus Anlass des Bergsträßer Weinmarktes richtete der Weinbauverband Hessische Bergstraße eine Gebietsweinprämierung aus, die seit vielen Jahren von fast allen namhaften Betrieben der hessischen und teilweise auch von der badischen Bergstraße beschickt wird. Insgesamt beteiligten sich 18 Weingüter, Genossenschaften und Weinbaubetriebe von der Bergstraße. Mit einer Anstellung von insgesamt 303 Erzeugnissen der Jahrgänge 2007, 2008 und 2009 wurde die absolute Rekordbeteiligung vom Vorjahr mit 310 Produkten nur knapp verfehlt. Dieses Ergebnis belegt die hohe Attraktivität an diesem Weinmarathon, der von vielen Betrieben als neutraler Leistungstest gewertet wird. Anfang Juni verkostete eine zwölfköpfige Gruppe von Weinfachleuten und Experten, die sich aus fünf verschiedenen Anbaugebieten zusammensetzte, die eingereichten Proben in Heppenheim. Die Qualität der Erzeugnisse wurde nach dem Fünf-Punkte-Schema der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft geprüft und bewertet. Dabei werden insbesondere der Geruch, der Geschmack und die Harmonie beurteilt. Das Ergebnis der Prüfergruppe wird in der so genannten Qualitätszahl zusammengefasst. Eine Punktezahl von mindestens 4,5 (von fünf möglichen) ergibt die Preisgruppe I. (Gold), eine Punktezahl von 4 entspricht der Preisgruppe II. (Silber) und 3,5 Punkte ergibt die Gruppe III. (Bronze). Erhält ein Wein die erforderliche Mindest-Punktzahl von 3,5 nicht, wird er von den Prüfern abgelehnt. Neben 275 Weinen wurden von der Jury auch 19 Sekte und neun Perlweine getestet und kritisch geprüft. Insgesamt wurden 112 Erzeugnisse (37,0 Prozent) in die oberste Gruppe I., also mit einer Punktzahl von mindestens 4,5 (Gold) von 5 möglichen Punkten bewertet, 104 Weine (34,3 Prozent) in die Gruppe II. (Silber) und 49 Weine (16,2 Prozent) in die Gruppe III. (Bronze). 38 Weine (12,5 Prozent) erreichten die Mindestpunktezahl von 3,5 nicht und wurden nicht bewertet. Das Gesamtergebnis spiegelt die Qualität der eingereichten Produkte wider. Besonders die 2009er Proben wurden sehr gut bewertet, was für den Jahrgang spricht. Der Anteil an Rosé- und Rotweinen lag, wie im vorigen Jahr, bei 31 Prozent. Besonders gute Leistungen eines Betriebes wurden durch die Vergabe eines Ehrenpreises ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung ist der Ehrenpreis des Weinbauverbandes Hessische Bergstraße, zweithöchste Auszeichnung sind die Ehrenpreise der Kreise Bergstraße sowie Darmstadt-Dieburg für den Bereich Groß-Umstadt. Danach folgen die Ehrenpreise der Weinbau treibenden Städte an der Bergstraße. Als Grundlage für die Vergabe werden die glatten Fünf-Punkte-Weine heran gezogen. Die Verleihung der Ehrenpreise erfolgt anlässlich der Eröffnungsweinprobe des 58. Bergsträßer Weinmarktes 2010 am 25. Juni (Freitag) um 17.30 Uhr im Kurfürstensaal des Kurmainzer Amtshofes in Heppenheim. Die Betriebsleiter werden die Auszeichnung aus der Hand der amtierenden Deutschen Weinkönigin Sonja Christ und der Bergsträßer Wein-Königin Annika Büchler entgegen nehmen. So viel steht fest: Die Besucher des 58. Weinmarktes dürfen sich auf gute Weine, Sekte und Perlweine freuen.
(10.06.2010, Echo Online, ax)
Generation Riesling
Unser Kellermeister Jan Faber hat seinen ersten Wein nun auch bei uns im Restaurant. Auch er darf sich zur Generation Riesling zählen. 2008er Zwingenberger Alte Burg Riesling Spätlese – trocken – Prädikatswein aus der Langen Schneise. Ein frischer fruchtiger Frauen Riesling! Unter www.weinfieber.de stellt Jan Faber seine Weine und das ganze Projekt vor. Wir freuen uns nun auch einen echten Jungwinzer Wein bei uns im Ausschank zu haben. Wir dürfen auch schon auf den neuen Jahrgang gespannt sein.
(12.10.2009, http://simonbuerkle.wordpress.com/)